Mitarbeiter-Benefits: Kreative Ideen für kleine Budgets

Hohe Arbeitgeberattraktivität, üppige Budgets und große Personalabteilung bei Konzernen. Aber ist es auch möglich, sich als Mittelständler mit kreativen Ideen für Mitarbeiter-Benefits bei der Mitarbeitergewinnung von der Masse abzuheben?

Der akute Wettbewerb um Fachkräfte und die zunehmende Fluktuation fordern Unternehmen dazu auf, vorhandene Strukturen zu überprüfen und sich neu auszurichten. Doch: Wie soll ein mittelständisches Unternehmen in Zeiten des Fachkräftemangels Leistungsträger für sich begeistern? Ebenso wie  Mitarbeiterempfehlungen und die Interne Personalbeschaffung sind Mitarbeiter-Benefits eine der finanziell attraktivsten und wirksamsten Möglichkeiten.

Dabei gibt es einfache Strategien, wie mittelständische Arbeitgeber sich nicht hinter den Mitarbeiterangeboten „globaler Riesen“ verstecken müssen. Mit gezielten Zusatzleistungen können kleinere Firmen ihre Stärken ausspielen und so die passenden Mitarbeiter gewinnen und zugleich stärker an sie binden.

Mitarbeiter-Benefits: Geld ist nicht das Wichtigste

Richtigerweise galten lange finanzielle Zusatzleistungen und Bonuszahlungen als zentrales Element, wenn es um Personalbeschaffung und -bindung ging. Diese Tatsache bedeutete für mittelständische Arbeitgeber über Jahrzehnte hinweg ein Dilemma. Auf jeden Fall verfügt ein kleiner Betrieb nicht über die Möglichkeiten der großen Firmen. Das Blatt wendet sich.

Die junge Generation an Fach- und Führungskräften (Generation-Y, Generation-Z) betritt den Arbeitsmarkt mit anderen Erwartungen. Da sie im digitalen Zeitalter geboren sind und wissen, dass in einer disruptiven, dynamischen Welt auch andere Werte bedeutsam sind.

Mitarbeiter-Benefits – Menschlichkeit und Respekt

Also gleich am Anfang ein Tipp, der große Wirkung zeigt und kein Budget erfordert. Die Zeit, in der Beruf und Privatleben klar voneinander getrennt waren, sind mit der Digitalisierung endgültig vorbei.

Die vormals klare Rollenverteilung als Führungskraft im Büro und Mutter oder Vater zuhause, greifen vermehrt ineinander und bedeuten keinen Widerspruch mehr. Dadurch rückt das Mensch-Sein mehr in den Mittelpunkt – bei den Mitarbeitern und der Unternehmensleitung. Somit ist ein Führungsstil, der den Mitarbeiter als Mensch wahrnimmt und ihn respektiert, statt in ihm eine austauschbare Ressource zu sehen, der beste Benefit, den Sie bieten können.

Der Klassiker unter den Mitarbeiterbenefits – Sachgeldbezug mit hoher Akzeptanz

Inzwischen setzen bereits viele Firmen auf den Klassiker, den Sachgeldbezug zusätzlich zum Gehalt. Aktuell sind es bis zu 44 Euro monatlich, die als unentgeltliches Sachgeschenk steuerfrei und ohne Sozialversicherungsbeitrag gewährt werden können. Dabei besteht die einzige Voraussetzung, es muss zusätzlich zum Gehalt erfolgen. Ab dem 01.01.2022 sind es sogar 50 Euro pro Monat. Ob der legendäre Tankgutschein oder das Fitnessstudio. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielseitig. Insofern haben sich in den letzten Jahren viele Anbieter etabliert wo Ihre Mitarbeiter aus einer Fülle von Angeboten auswählen können.

Gravierende Änderungen beim Sachgeldbezug

Doch ist dem flexiblen Einsatz von Sachgeldbezugsleistungen ein Riegel vorgeschoben werden. Geldkarten und Gutscheine können ausschließlich nur mehr für Waren und Dienstleistungen eingesetzt werden. Somit ist ein Universalgutschein bei Amazon bereits problematisch. Ebenso ist die Kreditkarte mit der Möglichkeit der Bargeldabhebung nicht mehr zulässig. Kostenerstattungen, die im Nachgang erfolgen, z.B. die Erstattung der Tankrechnung, sind nicht mehr möglich. Was noch machbar ist und was nicht, ist nicht einfach zu beantworten. Auf jeden Fall sollten Sie einen Experten für Mitarbeiter-Benefits ins Boot holen. Verlassen Sie sich nicht blind auf die Aussagen der Anbieter, sonst gibt es spätestens bei der Betriebsprüfung ein böses Erwachen.

Kinderbetreuung: Kopf frei für den Job

Ob Frauen oder Männer: Wenn die Frage der Kinderbetreuung nicht geklärt ist, stehen Mitarbeiter bei der Regelung von Arbeitszeiten unter Stress. Eine firmeneigene Kita bietet dafür die perfekte Lösung. Dafür braucht es nicht unbedingt ein riesiges Budget. Kreative Ideen sind gefragt: von einem Naturkindergarten bis hin zu Kooperationsprojekten mit benachbarten Unternehmen sind einfache Lösungen als Mitarbeiter-Benefits denkbar.

Alternative: Steuerfreier Kindergartenzuschuss

Wenn das nicht möglich ist, dann können Sie Ihrem Mitarbeiter einen Kindergartenzuschuss für die Unterbringung seiner Kinder zahlen. Ebenfalls sind Kindergrippe oder Schulkindergärten eine von vielen weiteren Unterbringungsmöglichkeiten, die vom Staat unterstützt werden. Das gilt für alle nicht schulpflichtigen Kinder mit Unterbringung und Betreuung. Übrigens das schöne dabei: Es gibt keine Begrenzung hinsichtlich der Höhe der Zuschüsse. Somit können alle, bis zu den tatsächlich anfallenden Kosten ersetzt werden. Dabei bleibt für den Mitarbeiter die finanzielle Unterstützung komplett steuerfrei.

Mitarbeiter-Benefits zum Nulltarif: Offenheit für neue Arbeitsmodelle

Deutschland ist für hochwertige Produkte und gewissenhafte Arbeitsweise bekannt. Dabei geht diese Sorgfalt teilweise mit einer gewissen Starrheit einher. Fehler gilt es zu vermeiden. Allerdings ist diese Haltung den Digital Natives und den Millenials nicht mehr so vertraut. Das Internetzeitalter mit seiner rasanten Entwicklung braucht eine Portion Experimentierfreude und eine Kultur, die Fehler als Chance zum Lernen begreift.

Dabei müssen keine großen Summen riskiert werden. Wenn Sie eine Stelle ausschreiben, zeigen Sie sich offen für die Bedürfnisse der Bewerber nach Home-Office, Job-Sharing, hundefreundlichem Arbeitsplatz und Gleitzeit-Modellen. Bei vielen Tätigkeitsbereichen ist eine solche Realisierung möglich. Ohnehin ist durch die Pandemie sowieso mehr Offenheit zu verspüren. Leider geht der Trend bei einigen Unternehmen schon wieder rückwärts. Nichtsdestotrotz, Ihre Mitarbeiter – egal ob alt eingese